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Zeppelin über Linden

Leser führen auf die richtige Fährte:
Das Rätselfoto "Z.R. III über Hannover-Linden" ist entschlüsselt!

Für die Stadtteilkampagne "Auf Entdeckertour in Linden-Limmer" hatte Werner Döring aus Wettbergen ein Foto mit dem rätselhaften Titel "Z.R. III über Hannover-Linden" zur Verfügung gestellt. Das Bild zeigt einen Zeppelin auf seinem Flug über eine Industrielandschaft. Wir hatten die Leserschaft gefragt:

Durch die Hinweise unserer Leser ist es uns gelungen, diese Fragen zu beantworten.

Z.R. 3 - das Amerika-Luftschiff

Der zigarrenförmige Flugapparat wurde von der Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Friedrichshafen am Bodensee unter der werksinternen Bezeichnung LZ 126 gebaut, und zwar zwischen November 1922 und August 1924. Neben der 30-köpfigen Besatzung bot er auch bis zu 30 Passagieren Platz. Mit 200 m Länge war er das größte Luftschiff seiner Zeit.

Sein Bestimmungsziel lag von vorne herein in den USA - als deutsche Reparationsleistung für den verlorenen 1. Weltkrieg. Darum wurde LZ 126 auch als "Amerika-Luftschiff" oder "Reparations-Luftschiff" bezeichnet. Nach einigen Probefahrten über Deutschland startete der Zeppelin am 12. Oktober 1924 unter Hugo Eckener zur Überführung in die USA. Nach einem 81-stündigen Non-Stop-Flug über den Atlantik wurde er bei der Landung in Lakehurst begeistert empfangen. In den USA wurde das Luftschiff von der Präsidentengattin offiziell in Z.R. 3 "USS Los Angeles" umgetauft und von der US-Marine in Dienst gestellt. Dort wurde es als fliegendes Laboratorium sowie als Schul- und Versuchsluftschiff verwendet. Am 30. Juni 1932 wurde Z.R. 3 aus wirtschaftlichen Gründen außer Dienst gestellt, aber noch weiterhin für Versuche am Boden verwendet. Erst Ende 1939 wurde das Luftschiff endgültig aufgegeben und verschrottet.

Die ausführliche Geschichte des Z.R. 3 bzw. LZ 126 kann im Internet unter http://de.wikipedia.org/wiki/LZ_126 nachgelesen werden. Auch das Buch "Mythos Zeppelin" von Hans G. Knäusel zeigt einige Fotos dieses Luftschiffes und außerdem interessante Vergleiche mit anderen Zeppelinen.

"Der Amerika-Zeppelin über Hannover"

Vor der Überfahrt in die USA absolvierte das Luftschiff am 25. und 26. September 1924 einen 33-stündigen Non-Stop-Testflug vom Bodensee nach Norddeutschland, von dort weiter über die Ostsee bis nach Königsberg und dann über Berlin zurück zum Zeppelinwerk nach Friedrichshafen. Die Fahrtroute war natürlich vorab bekannt gegeben worden. Auch Hannover gehörte zu den Etappenzielen. Der "Hannoversche Anzeiger" berichtete sowohl über seine Reporter am Boden, die man dem Zeppelin per Auto entgegen geschickt hatte, als auch über seinen Sondermitarbeiter H. Seegers durch Funkspruch direkt von Bord des Luftschiffes über das Großereignis vom 25. September:
"Es hatte eben 3 Uhr [nachmittags] geschlagen, als in der Richtung von Süden her R.Z. 3 sich Hannover näherte. Der Kurs ging direkt auf die Kuppel des neuen Rathauses zu, am Rathause vorüber nach dem Marktkirchenturm. Von dort überflog er die Stadt, nahm dann seinen Kurs in Richtung Westen der Herrenhäuser Allee zu, ging später mehr nördlich und flog in der Richtung auf Bremen davon. ... In der Stadt machte sich ein äußerst bewegtes Leben bemerkbar. Aus allen Fenstern guckten die Leute, als sie das Surren der Motore vernahmen. Viele Dächer waren besetzt, ebenso alle Balkone und die großen freien Plätze in der Stadt. Mit Zurufen und Tücherschwenken wurde das Luftschiff begrüßt. Die Dauer des Aufenthalts über Hannover war auf kaum 10 Minuten bemessen." (Hannoverscher Anzeiger vom 27.9.1924, S. 2)

Der "Anzeiger" berichtete ab dem 24. September fast täglich über den Zeppelin, wobei die Bezeichnungen "R.Z. 3" und "Z.R. 3" munter wechselten. Interessanter Weise wurde bereits die amerikanische Bezeichnung verwendet, obwohl die Überführung in die USA noch bevor stand. Am 16. Oktober 1924 titelte der "Anzeiger" schließlich stolz: "Z.R. 3 nach glänzender Rekordfahrt über Neuyork."

Z.R. III über Hannover-Linden

Die "Gretchenfrage" um den Gasometer: Glocksee oder Bauweg?

Bei den Hinweisen zum Fotostandort hielten sich die Antworten "an der Glocksee" und "am Bauweg" in etwa die Waage. Das wichtigste Indiz war in beiden Fällen der wuchtige Gasometer in der linken Bildhälfte. Den endgültigen Beweis brachten Unterlagen aus dem Archiv der Stadtwerke AG und zeitgenössische Karten im Maßstab 1:5.000 aus dem hannoverschen Stadtarchiv: Es handelt sich um den ehemaligen Gasometer am Bauweg. Die Blickrichtung geht auf dem Foto nach Nordosten.
Am äußersten linken Bildrand sind das obere Stockwerk und das Dach des Eckhauses Bauweg/Steinstraße zu erkennen. Auch sein Aussehen hat sich inzwischen verändert. Die Schornsteine im Hintergrund gehörten zu verschiedenen Fabriken im Straßenkarree Davenstedter Straße, Bauweg, Badenstedter Straße und Bernhard-Caspar-Straße (damals: Meidtstraße). Die Dächer im Vordergrund waren Teil der Maschinenfabrik Marquardt, später Maschinenfabrik Niedersachsen GmbH.
Das Foto vom Zeppelin Z.R. 3 wurde aus einem Dachfenster dieser Fabrik aufgenommen, etwa 150 m westlich des Bauweges und 80 m nördlich der Badenstedter Straße. Heute befindet sich dort eine große Brachfläche.

Dank
Für Hinweise, die zur Lösung des Rätselfalles beigetragen haben, bedanken wir uns bei Achim Brandau, Bernhard Fricke, Reinhard Könecke, Bernd Meßmann (Stadtwerke AG), Simon Ost, Dieter Schreyer, Hartmut Wegner, dem HAZ-Archiv und dem Stadtarchiv Hannover.
Michael Jürging, 30.11.2006


Wer weiß Näheres darüber?

Z.R. III über Hannover-Linden

Für die Stadtteilkampagne "Auf Entdeckertour in Linden-Limmer" hat Werner Döring aus Wettbergen ein interessantes Foto aus seinem Familienbesitz beigesteuert. Das Bild zeigt ein silbern glänzendes Zeppelin auf seinem Flug über die Industrielandschaft von Linden. Vorne links springt ein großer Gasspeicher ins Auge, im Hintergrund sind mehrere hohe Fabrikschornsteine zu sehen. Vermutlich wurde das Foto in den 1920er oder 1930er Jahren aufgenommen. Am unteren Rand ist in Handschrift vermerkt: "Z.R. III über Hannover-Linden".
Wer kann zu diesem Bild nähere Angaben machen? Gibt es zum Beispiel Informationen zu dem Zeppelin "Z.R. III"? Weiß einer der Leser, in welchem Jahr der Flug über Linden stattgefunden hat? Und wo könnte das Foto aufgenommen worden sein? Handelt es sich um den ehemaligen Gasbehälter an der Glocksee oder am Bauweg?
Wer hier weiterhelfen kann, wendet sich bitte an Michael Jürging unter Tel. 33 895-33 (tags) oder 44 85 13 (abends) oder per E-Mail unter michael.juerging@agwa-gmbh.de.