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Tierbrunnen / Tiertränke

In den letzten Vergleichsbilderpaaren hatten wir u.a. die beigefügte Postkarte (Quelle: Sammlung Ilse Popp) aus dem Jahre 1914 mit der Straßenbahn in der Ricklinger Straße nahe der Zionskirche (heute Erlöserkirche) geliefert. Daran knüpfen wir jetzt mit einer hübschen Karikatur an, die uns vom Historischen Museum Hannover zur Verfügung gestellt wurde. Die dargestellte Szene spielt "um 1910" nur zwei Straßenecken weiter, nämlich an der Gabelung Ricklinger Straße/Auestraße. Sie stammt aus der Feder von P. Rodewald, der sie 1980 ins Bild setzte.

© Historisches Museum
Teuf man noch'n betten, erst mott Liese suppen...

Der eigenartige Brunnen dürfte dem einen oder anderen Leser bekannt vorkommen. Genau ein solches Exemplar steht nämlich vor dem Portal der Erlöserkirche! Wir vermuteten zunächst, der Brunnen sei irgendwann von der Ecke Ricklinger Straße/Auestraße an die Ecke Ricklinger Straße/Allerweg zur Erlöserkirche hin versetzt worden. Die Recherchen brachten dann aber ein anderes Ergebnis: Bei dem heutigen Brunnen handelt es sich um eine Nachbildung, die auf Initiative des "Lindenblatt"-Herausgebers Horst Schweimler neu gegossen und im Jahre 1982 aufgestellt wurde.

Was aber hat es mit der merkwürdigen Vielfalt verschiedener Tierdarstellungen an dem Brunnen auf sich? Dicht über dem Boden sehen wir vier Dackelköpfe, auf halber Höhe an der Säule vier kleine Löwenköpfe, darüber vier Pferdeköpfe (einer wurde offenbar geklaut; siehe Foto!) und ganz oben zwei Vögel. Des Rätsels Lösung findet sich in dem lesenswerten "Hannoverschen Brunnenbuch" (Fackelträger-Verlag, Hannover 1981) von Rainer Ertel und Ernst-Friedrich Roesener bzw. in dessen Nachfolger "Brunnen in Hannover" (Cartoon Concept Agentur und Verlag, Hannover 1998) von denselben Autoren. Dort erfahren wir, dass es sich um einen Trinkbrunnen "für Menschen, Pferde, Hunde und Vögel" handelt. Er wurde von der Aerzener Maschinenfabrik Adolph Meyer in größerer Stückzahl produziert und zuerst vom Tierschutzverein Hannover aufgestellt. Laut einer Werbeanzeige des Herstellers kurz nach 1900 gab es seinerzeit allein in Hannover nicht weniger als 17 Stück von diesem Brunnenmodell! Vielleicht kann jemand aus der Leserschaft noch den einen oder anderen Standort benennen?
Tiertränke
Und so funktionierte der Brunnen: Aus zwei der vier Löwenköpfen flossen zwei dünne Wasserstrahle in das große Pferdebecken darunter. Außerdem war an einer Kette ein Trinkbecher für durstige Menschen angebracht, die damit das Wasser aus den Löwenköpfen auffangen konnten. (In der Karikatur sehen wir, wie sich zwei "Lindener Butjer" diesen Mechanismus gerade zu Nutze machen.) Außerdem wurde im Inneren der Brunnensäule Wasser ganz nach oben in die Trinkschale für die Vögel gepumpt. (In der Karikatur interessieren sich die Spatzen allerdings mehr für die Pfedeäpfel.) Aus dem Vogel- und dem Pferdebecken floss das Wasser schließlich in der Säule ganz nach unten in das Hundebassin. Ein wirklich ausgeklügeltes System!

Der Hersteller wies übrigens in seiner Anzeige ausdrücklich darauf hin, dass das Trinkwasser für die Menschen "stets direkt, ohne erst ein anderes Becken passiert zu haben, den beiden als Ausflüsse dienenden Löwenmäulern" entströmt. Soll heißen: Alles in Ordnung, Leute; niemand muss mit Pferden, Vögeln oder Hunden aus demselben Becken saufen.

Wir danken Herrn Dr. Wolf-Dieter Mechler (Historisches Museum Hannover) für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung der Karikatur und Herrn Matthias Rintelen (Gebäudemanagement der Stadt Hannover) für die entscheidenden Literaturhinweise.